Zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum
Ausstellungen im In- und Ausland
Arbeiten von Bernd Moenikes sind ständig in der Galerie Kley ausgestellt.
Im Werk Bernd Moenikes ist zwischen dem Ausgangsmaterial Stein und Holz zu unterscheiden. Kennt man seinen biographischen Werdegang, so ist man fasziniert von der materiellen und intellektuellen Gestaltungskraft seiner Skulpturen. Er setzt in seinen Werken deutliche Zeichen und Signale, denen man sich als Betrachter zweifach nähern muß. Zum einen den klar umschriebenen und in der Form eindeutig erfaßbaren Objekten aus Stein, zum anderen den komplexen und interpretationsbedürftigen Inhalten der Skulpturen. Der Künstler haucht der leblosen und gestaltlosen Materie das Leben ein, von dem der Betrachter bis dahin nicht geahnt hat, wie anders formuliert, wie neu gedacht es sich darstellen kann. Die innere Vorstellungskraft ist das entscheidende Potential des Künstlers, der im zähen Ringen mit der Materie ihr Gestalt verleiht. Bernd Moenikes findet und erfindet seine Skulpturen in einem Prozeß des Beobachtens und der Reflexion. Er beginnt mit dem zunächst untergeordneten Angebot an verschiedenen Materialien.
Es sei an die Unterscheidung zwischen dem Bildhauer (Skulptur) und dem Plastiker erinnert, ersterer trägt vom vorhandenen Material Teile ab, bis die gewünschte Form entstanden ist; der Plastiker fügt mit weichem Material, Gips oder Wachs, Teile zueinander bis sein Ergebnis vollendet ist.
Bernd Moenikes ist Bildhauer im wahren Wortsinn. Michelangelo hat einmal verlockend einfach erklärt, wie dieses zu verstehen ist: „Kein Bild kann selbst der beste Künstler nicht entsinnen, das nicht der Marmor schon umschlossen in sich birgt.“
Im Werk von Bernd Moenikes sind einige Werkgruppen zu unterscheiden. Zum einen Arbeiten, die im klassischen Verständnis als „vollendet“ bezeichnet werden und andere, die den Anschein des „Unvollendeten“ haben, fragmentarisch oder rudimentär wirken. Beide Seiten der Gestaltung sind Teil eines Gesamtwerkes und bewußte Setzungen des Künstlers.
In der jüngeren Zeit wird der Betrachter stärker mit in die Interpretation von Kunst eingebunden. Er ist es, der die Aufgabe vollenden muß und im intellektuellen Wahrnehmungsprozeß eine Skulptur als vollendet selbst in fragmentarischer Ausbildung verstehen kann oder sollte. Die haptische, sinnliche Erfahrung wird wesentlich beeinflußt durch die Oberflächenbeschaffenheit des vom Künstler bearbeiteten Steins. Wesentliche Merkmale sind die Glätte und Rauheit. Es ist vom künstlerischen Vermögen des Künstlers abhängig, ob es ihm gelingt, zwischen der spezifischen Materialeigenschaft des Steins und dem gestalteten Inhalt seiner Werkes eine Harmonie zu gewinnen. So ist es eine sehr bewußte Entscheidung für den Marmor gewesen, wenn Bernd Moenikes eine Idee gestaltet, deren formale Umsetzung wir dann als vollendet empfinden. Die Materialeigenschaften des Marmors eignen sich in ihrer feinkörnigen Zusammensetzung besonders für geschliffene und geglättete Formen. Und mit dieser Oberfläche kontrastieren dann besonders pointiert die Flächen, die nur grob strukturiert bleiben und noch bewußte Momente der Bearbeitung aufweisen. Die aus dem Material herausgearbeiteten Formen sind häufig menschliche Organe wie Auge, Ohr, Nase oder Mund. Aber noch imposanter wirken die oftmals überproportional dargestellten Hände und Füße.
Eine andere Werkgruppe hat zum Ausgangsmaterial den schwarzen Granit. Viele Arbeiten besitzen eine bruchstückhafte Form, so, als ob der Stein ein Fundstück ist, dessen Kanten und Ecken wie zufällig endend erscheinen. Bernd Moenikes lotet in diesen Objekten verschiedene bildhauerische Fragestellungen aus. Häufig treten Flächen auf, die nur wenig an ihrer Oberfläche bearbeitet worden sind. Hier stellt sich Bernd Moenikes die grundsätzliche Überlegung nach der optischen Wahrnehmung des Raumes in der Skulptur. Das flache Relief wird durch rauhe und polierte Flächen in kontrastreiche Gegensätze gebracht. Manchmal sind es auch nur Einritzungen und Kerben, die die Oberfläche strukturieren. In jüngster Zeit bringt er auf die Steinoberfläche Abbildungen mittels Siebdruckverfahren auf. Dadurch erreicht er eine andere Oberflächengestaltung, die mit rein bildhauerischen Maßnahmen nicht zu erzielen gewesen wäre. Die Schwere des Materials erfährt eine immaterielle Leichtigkeit, die das, was das Auge wahrnimmt, in ein ambivalentes Erscheinungsbild überführt. Jede dieser Arbeiten stellt Fragen nach den Grenzen traditioneller Bildhauerei. Gerade die in einigen Werken zu sehende Farbigkeit läßt die grenzen zwischen Bild und Skulptur verschwimmen. Und es erscheint nur konsequent, wenn Bernd Moenikes gar einige seiner Reliefsteine als Druckstöcke für Arbeiten auf Papier verwendet. Diese „Steindrucke“ (keine Lithographien!) sind in ihrer Liniensprache eng mit seinen schwarz-weißen und farbigen Holzschnitten verwandt. Ihr Ausdruckspotential gewinnen sie durch die großflächigen Formen, die mit nur wenigen Umrißlinien und Binnenzeichnungen auf das Papier gesetzt sind.
Die Holzskulpturen von Bernd Moenikes wollen Zeichen setzen für Dinge, die in unserer Gesellschaft nicht beachtet bzw. unter den Teppich gekehrt werden. Viele soziale Probleme sind immer noch aktuell, manche, ganz besonders die Umweltthematik, ist von unserem Standpunkt aus neu, aber der Raubbau des Menschen an der Natur ist sehr alt. Bernd Moenikes ist sich der Problematik bewußt, einerseits für den Erhalt des Waldes im allgemeinen zu kämpfen, andererseits seine Arbeiten zum Teil in Holz auszuführen. Er benutzt aber fast ausschließlich solche Holzmaterialien, die als Bruchholz und Restholz anfallen und dem Raubbau nicht Vorschub leisten.
Bernd Moenikes ist zunächst Bildhauer, der sich auch in der Zweidimensionalität des Graphikers und Malers auszudrücken vermag. Er rückt dem Material Holz mit der Kettensäge zu Leibe. Schon lange sind das Holz und der Wald sein besonderer Interessenschwerpunkt. Und so kann man die Schnitte und Hiebe mit der Kettensäge auch nicht als Verletzungen verstehen, sondern als Ausdrucksgebärde des Menschen, der anderen Menschen mittels seiner besonderen Darstellungsweise seine inhaltlichen Anliegen verständlich machen will. Die sozialen und in den letzten Jahren auch verstärkt die umweltpolitischen Probleme in unserer Gesellschaft haben sich trotz oder gerade wegen unserer „fortschrittlichen“ Gesellschaftsstruktur kaum verändert. Der Realität ein Spiegelbild vorzuhalten, darin ist einer der wesentlichen Momente zu sehen, die in den Werken von Bernd Moenikes zum Ausdruck kommen.