Marino Marini war zweifellos einer der herausragendsten Künstler der europäischen Bildhauerei und Malerei im 20. Jahrhundert. Seine Werke fanden schon sehr früh, bereits in den 30er Jahren, internationale Anerkennung und seit der Nachkriegszeit war das Interesse an seinen Werken kontinuierlich gestiegen. Seine Poetik, die in wenigen Motiven zum Ausdruck kommt, seine ganze Welt aus Beziehungen und Betrachtungen über den Menschen und sein Leben weisen eine Dichte der Botschaften und eine suggestive Fähigkeit auf, die sein Werk äußerst modern machen.
Für Marini stand die Darstellung des Menschen im Vordergrund. In seinen figürlichen Skulpturen beschränkte er sich auf wenige Themen wie z.B. Akte, Akrobaten, Tänzerinnen und besonders gerne Gruppen von Pferden mit Reitern. Oft ist der Reiter nackt und wie ein Zentaur mit dem Pferdekörper verbunden, er strotzt vor Kraft oder ist verwundet, er neigt sich oder fällt. Er drückt Befindlichkeiten aus, ist aber auch politisches Sinnbild. Marini arbeitete als Bildhauer gerne mit Bronze und Holz. Sein Stil war archaisch und besonders von der etruskischen Kunst beeinflußt. Doch auch der Kubismus inspirierte den Italiener in formaler Hinsicht. In seinem späteren Werk strebte er eine abstrahierende Vereinfachung der Form an, wobei sich der Eindruck von Gewicht und Balance mit einer starken Spannung verband, die durch den dynamischen Gegensatz von vertikalen und horizontalen oder diagonalen Massen erzeugt wurde.
Seine Malerei überraschte durch Umfang und innere Fülle. Als junger Mann in Florenz malte und zeichnete er unentwegt, so dass damals seine Arbeit als Maler die des Bildhauers bei weitem übertraf. Nach einer Pause drängte es ihn 1948-49 wieder zur Malerei und diesmal griff er gleich zum großen Format. Fortan stand seine Malerei gewichtig neben seinen Skulpturen. Auch schuf er hervorragende Portraits.
Seine Werke sind in vielen Museen vertreten: u.a. Galleria d'Arte Moderna, Rom; Jeu de Paume, Paris; Neue Staatsgalerie, München; Kunsthaus, Zürich. In Florenz und Mailand stehen eigene Marino Marini Museen. Die Galerie Kley hat seine Werke in Einzelausstellungen 1976, 1980, 1991 und 1996 gezeigt.
Zur Werkausgabe Marino Marinis von 1968 erschien durch die Druckerei und den Verlag Günter Dietz GmbH Offizin in limiteriter Auflage unnachahmlich qualitätvolle Repliken der wichtigtsen Zeichnungen des künstlerischen Schaffens Marinis. Der schichtweise aufgetragene und rasterfreie Farbaubau ist den Originalwerken des Künstlers nachempfunden. Es entsteht eine natürliche Pastosität der Oberfläche. Bis zu 180 Schablonen werden für ein Werk benötigt. Das Gewebe, auf dem die Farbe aufgetragen wird, entspricht dem des originalen Werkes. Farbe und Untergrund verbinden sich. Nach dem Druck werden die Repliken zudem mit Strukturen und Schutzlack versehen.