Karl Hofer -Zeitgenosse von Max Beckmann, den Künstlern der "Brücke" und des "Blauen Reiters"- zählt zu den Einzelgängern unter den Künstlern der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Er war nach seinem Kunststudium in Karlsruhe und Stuttgart und nach Aufenthalten in Rom, Paris und Indien seit 1919 in Berlin ansässig und lehrte an der "Staatsschule für Kunst und Gewerbe". Bereits vor 1933 hatte er sich gegen den Nationalsozialismus positioniert. Daraufhin erfolgte die Entlassung aus dem Lehramt und die Entfernung seiner Arbeiten aus deutschen Museen. Außerdem erhielt er Ausstellungs- und Berufsverbot. 1943 wurden Atelier und Wohnung ein Opfer der Bomben des Krieges. Nach dem Krieg Nach Kriegsende war Hofer am Aufbau der Hochschule der bildenden Künste beteiligt, deren Direktor er ab Juli 1945 war. Er erhielt 1948 die Ehrendoktorwürde der Berliner Universität. Auch wurden ihm 1952 der Orden "Pour le mérite" für Wissenschaft und Künste und 1953 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zugesprochen.
Sein autobiographischer Bildband Aus Leben und Kunst erschien 1952, seine Autobiographie Erinnerungen eines Malers ein Jahr später.
Anfangs unter dem Einfluss der Kunst Hans von Marées noch dem Akademismus verpflichtet, vollzog sich um 1919 in der Kunst Karl Hofers die Hinwendung zum Expressionismus, dem Karl Hofer dann treu geblieben ist und in dem er eine individuelle und exponierte Position erreichte. Im Mittelpunkt des Werkes von Karl Hofer steht der Mensch. Seine Bilder dokumentieren verschlüsselt die historischen Fakten und individuelles Leben mit dem Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. Eine wichtige Rolle spielte Karl Hofer in der 50er Jahren. Im Nachkriegsdeutschland standen sich zwei konträre Kunstrichtungen gegenüber. Sowohl die figurative als auch die abstrakte informelle Malerei setzten sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit der Zeit nach 1945 auseinander.
Karl Hofer, der in seinem Nachkriegswerk die stumme Verzweiflung der Menschen festhielt und konsequent auf seiner gegenständlichen Gestaltungsweise beharrte, geriet häufig in künstlerische Auseinandersetzungen mit Vertretern der ungegenständlichen Richtung, für die die Zukunft der Kunst in der Abstraktion lag.